Friedrich „Fritz“ Hermann Pollak (* 8. März 1901 in Wien‑Margareten; † 25. Oktober 1971 in Wien) war ein überzeugter Sozialdemokrat, mutiger Antifaschist und einer der unerschütterlichen Widerstandskämpfer Österreichs. Sein Lebensweg steht exemplarisch für den harten Kampf für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und gegen totalitäre Unterdrückung, der persönlichen Einsatz und große Opfer erforderte. (MeinBezirk.at)
Frühe Jahre und politisches Engagement
Pollak wuchs in Wien als Sohn eines Schriftsetzers auf. Nach verschiedenen Berufen – unter anderem als Kellner, Eisenbahner und Verlagsangestellter – engagierte er sich früh politisch und trat der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) bei. In den politischen Auseinandersetzungen der Februarkämpfe 1934 kämpfte er als Mitglied des Republikanischen Schutzbundes aktiv gegen das autoritäre Dollfuß‑Regime am Fuchsenfeldhof in Wien‑Meidling. Diese Ereignisse markierten den Beginn seines langjährigen Widerstandes gegen Faschismus und staatliche Repression. (MeinBezirk.at)
Widerstand und Untergrundarbeit
Nach dem Ende des republikanischen Schutzbundes wurde Pollak mehrfach verhaftet; er verbrachte Monate in Haftanstalten wie der „Liesl“ und im Anhaltelager Wöllersdorf. Trotz gesundheitlicher Schäden blieb er politisch aktiv, schloss sich den Revolutionären Sozialisten an und baute – gemeinsam mit anderen – ein Netzwerk zur Verbreitung illegaler Schriften und zur Unterstützung politisch Verfolgter auf. (MeinBezirk.at)
Verfolgung durch das NS‑Regime und Konzentrationslager
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi‑Deutschland 1938 führte diese Haltung zu weiterer Verfolgung. Am 22. August 1939 wurde Pollak von der Gestapo festgenommen und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort erlebte er brutale Zwangsarbeit, Misshandlungen und schwere Entbehrungen. Trotz dieser Härten blieb er politisch aktiv, unterstützte Mithäftlinge – darunter dänische Polizisten – und gründete interne Solidargemeinschaften. Er war auch einer der Unterzeichner des Buchenwalder Manifests, das die Überlebenden zur Erneuerung des antifaschistischen Kampfes aufrief. (MeinBezirk.at)
Freiheit und politisches Wirken nach 1945
Am 11. April 1945 wurde Buchenwald durch alliierte Truppen befreit; Pollak kehrte nach Wien zurück und begann, sich am Wiederaufbau des demokratischen Österreich zu beteiligen. Er arbeitete im Sekretariat des KZ‑Verbands und blieb der Sozialdemokratie (SPÖ) eng verbunden, ohne je persönliche Vorteile zu suchen. Zwar wurde ihm ein Ministeramt angeboten, lehnte er es aus Bescheidenheit und gesundheitlichen Gründen ab. (OTS.at)
Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Theresia Brandl engagierte sich Pollak auch gesellschaftlich; ihr Gasthaus in der Huglgasse wurde zu einem Treffpunkt sozialdemokratischer Kreise in Wien, und sein persönlicher Einsatz prägte viele seiner Zeitgenossen. (MeinBezirk.at)
Vermächtnis und Gedenken
Friedrich Pollak starb am 25. Oktober 1971 in Wien und wurde in seinem Wahlort Weingraben im Burgenland bestattet. Sein Leben und Wirken – geprägt von jahrelanger Haft, Widerstand gegen Unterdrückung und dem Einsatz für demokratische Werte – gelten als eindrucksvolle Mahnung und Vorbild für nachfolgende Generationen. Verteter sozialdemokratischer Organisationen betonen bis heute, dass sein Einsatz für Demokratie, Rechtsstaat und soziale Errungenschaften wesentlich zum Wiederaufbau der Republik Österreich beigetragen habe. (OTS.at)


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